Traumatische Erlebnisse spielerisch aufarbeiten, ohne darüber reden zu müssen: Das ist das Konzept von Work of Sand, einer innovativen Therapiemethode zur Traumabewältigung bei Kindern.

Seit 2024 bietet der Kinderschutzbund Mainz eine neue Möglichkeit für Kinder an, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten – behutsam, spielerisch und ohne Worte. Die Therapieform Expressive Sandarbeit – Work of Sand richtet sich an Kinder, die schwere Erlebnisse wie Gewalt, sexuellen Missbrauch oder Kriegs- und Fluchterfahrungen hinter sich haben. Die Methode wurde ursprünglich zur Unterstützung von Kindern in Kriegsgebieten entwickelt – unter anderem in Kolumbien, wo sie als „Trabajo Expresivo sobre Arena“ bekannt wurde. Dort sollten Kinder für einen Moment ihre Ängste vergessen können.

Im Mittelpunkt von Work of Sand steht eine mobile Sandkiste: Die Kinder gestalten darin mit kleinen Figuren, Häusern, Tieren oder Symbolen eigene Szenen, in denen sie ihre Erinnerungen, Ängste und Gefühle ausdrücken. Dabei wird nicht gesprochen und das ist bewusst so. Der spielerische Zugang über das Medium Sand erleichtert es auch Kindern ohne Deutschkenntnisse oder mit Sprachhemmungen ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Jedes Kind wird dabei von einer festen Bezugsperson begleitet, die aufmerksam zur Seite steht, aber nicht ins Spiel eingreift. So entsteht ein sicherer Rahmen, in dem das Kind die Kontrolle behält. Auch wenn jedes Kind individuell arbeitet, ist die Gruppenerfahrung zentral für das Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft bei den Kindern.

Der Kinderschutzbund Mainz setzt die Methode in Kleingruppen von bis zu sechs Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren um. Das Angebot ist für die Kinder und Familien kostenfrei. Vergleichbare Angebote gab es in Rheinland-Pfalz bislang nur in therapeutischen Privatpraxen. Da auf einen Therapieplatz oft lange gewartet werden muss, stellt die neue Methode eine niedrigschwellige und effektive Erstmaßnahme dar.
Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Initialspende von 40.000 Euro des Rotary Clubs Mainz-Churmeyntz. Die Mittel flossen in die Anschaffung des umfangreichen Therapiematerials und die Ausbildung der Fachkräfte, die unter anderem von der Mitbegründerin der Methode selbst, Frau Pattis Zoja, durchgeführt wird.

Der Kinderschutzbund Mainz ist stolz und dankbar, dieses innovative Angebot umsetzen zu können. Denn der Bedarf wächst: Immer mehr Kinder tragen schwere seelische Lasten mit sich und brauchen einen sicheren Ort, an dem sie damit nicht allein sind. Mit Work of Sand schafft der Kinderschutzbund genau diesen Ort: einen geschützten Raum, in dem das zum Teil Unsagbare endlich Ausdruck findet.
Weitere Informationen gibt es in unserem Flyer.
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